Arnsberger Folkclub

Folk und Weltmusik im Sauerland

 

 

„Das war das Beste, was ich bisher im Folkclub erlebt habe!“ So euphorisch klang nach dem Konzert von Standard Crow Behaviour eine Zuhörerin, die ihrer Begeisterung im Gespräch mit Freunden Ausdruck verlieh. Zwar bleibt ungeklärt, wie weitreichend der Vergleich dieser Zuhörerin war, um daraus diesen Superlativ abzuleiten, doch konnte man im Publikum deutlich die Erkenntnis spüren, dass an diesem Abend, am 29.02.2020 in der Arnsberger Kulturschmiede, beim Konzert von Standard Crow Behaviour, etwas ganz Besonderes stattgefunden hat.

Auf den ersten Blick betrachtet waren die bloßen Zutaten des Abends eigentlich im einfachen Wortsinn überschaubar: 3 junge, singende Musiker, die Dresdnerin Judith Beckedorf, der Leipziger Filip Sommer sowie aus Long Island/New York stammend Steve Voltz, dazu ihre Instrumente, allesamt Saiteninstrumente:  Gitarre, Geige, Mandoline und 5-String-Banjo. Im Zentrum der Bühne stand ein fast einsames halbhohes Mikrofon.

Doch dieses Setting hatte es in sich. Durch den sparsamen und überaus überzeugenden optischen und akustischen Aufbau, der darauf basierte, dass die Drei fast bis „auf Tuchfühlung“ eng um dieses eine optimal ausgesteuerte Mikrofon herum agierten, entstand auf der Bühne eine beindruckend innige und natürliche Atmosphäre, in der die hohe Kunst des Trios perfekt wirken konnte.

Dann gab es den ganzen Abend über dieses Konzept: das Trio spielte und sang bis auf zwei wohl begründete Ausnahmen nur Eigenkompositionen. Schnell war klar: alle drei hatten etwas zu sagen, etwas musikalisch auszudrücken, und das gelang ihnen sowohl im Solo- und fein ausgefeilten Satzgesang als auch auf ihren Instrumenten traumwandlerisch sicher, virtuos und musikalisch sehr fantasievoll. Mehr noch; durch ihr ästhetisches und sensitives Zusammenspiel entstand der Eindruck, dass sich um sie herum etwas Zauberhaftes und Magisches entwickelte, das man wohl auch mit dem Begriff Muse bezeichnen könnte.

Jeder Song enthielt eine Aussage, eine Botschaft, keiner ihrer Songs entglitt in die Kategorie Selbstzweck. Wer einen Song geschrieben hatte, stand in der Mitte des Trio und sang direkt vor dem Mikrofon mit dem Ausdruck und der Energie der eigenen Persönlichkeit, während von den Seiten her die Triopartner mit harmonischem und wohldosiertem Satzgesang unterstützten. Die englischen Texte wurden vorher durch sympathische und erklärende Anmoderationen dem Publikum nahegebracht. Auch auf diese Weise zogen die Drei sehr bald die Gäste in ihren Bann.

So ging es im Song „Empty Lines“, geschrieben von Steve Voltz um die Schwierigkeit, Songs zu schreiben, die dem einigen Anspruch gerecht werden sollen. Von dieser Schwierigkeit zeugt zwar der Text, das Lied hingegen erschien stimmig, kreativ und eingängig.

In ihrem Song “It´s Okay“ berichtete Judith Beckedorf, ginge es um all die Gedanken, die ungeklärt im Kopf, im Herz und auf der Seele kreisen und um den Zeitpunkt, an dem man dann endlich „It´s Okay“ dazu sagt, worauf sich diese Gedanken aus dem akuten Sichtfeld entfernen und zumindest zum Teil später von selbst erledigen würden.

Filip Sommer verarbeitete eine von ihm selbst geschrieben Kurzgeschichte zum Song „Images Of An Unnamed Village In The Styrian Alps“. Es geht um die Geschichte eines alten Mannes, der sich in eine Hütte in die steirischen Alpen zurückzieht, um eine ihm wichtige und liebe Person zu treffen, die es aber nie gegeben hat und nie geben wird.

Diese Songs, noch weitere Geschichten, Impressionen und Gedanken wurden von Standard Crow Behaviour in Musik eingebettet, die ihren Ursprung irgendwo zwischen traditionellem Folk, Country, Bluegrass und moderner Pop-Musik zu haben schien und dabei stets filigran und mit großem kompositorischem Können zu musikalischen Meisterwerken geformt wurde.

Die hoch überzeugende musikalische Präsenz aller Drei, ihr klanglich symbiotisches Zusammenspiel und die Wirkung ihres stets lupenreinen Satzgesangs ließen die außerordentliche Präzision und die musikalische Ausdruckskraft, mit der Judith Beckedorf die Gitarre, die Mandoline und das 5-String-Banjo, mit der Steve Voltz seine Gitarre und mit der Filip Sommer seine 5saite Geige (Quintone),die Mandoline und Gitarre spielten, fast in den Hintergrund geraten.

Gefühlvoll, swingig, treibend, innig, kreativ, träumerisch ….. all das wären Attribute, mit denen man die Stimmungen des Abends charakterisieren könnte, und es würde nicht reichen. Nur macht es eines deutlich: Das Konzert war absolut abwechslungsreich, so dass es wie im Fluge verging.

Judith Beckedorf, Filip Sommer und Steve Voltz ließen nach mehreren Zugaben ein restlos begeistertes Publikum zurück.

Dieses Konzert wird allen unvergessen bleiben!

 

Artikel der Westfalenpost Arnsberg vom 04.02.2020   Seite 11

Autorin: Antje Tetzlaff

Arnsberg Auf Einladung des Folkclubs Arnsberg gastierte die Gruppe „An Erminig“ aus dem Saarland mit keltischer Musik aus der Bretagne in der Alten Bibliothek des Klosters Wedinghausen (1170 gegründet). Musik und Veranstaltungsort waren perfekt aufeinander abgestimmt. In dieser Umgebung wirkte diese Musik ganz besonders, denn die vorgetragenen Stücke blicken ebenfalls auf eine lange Geschichte zurück.

Seit der Gründung 1975 besteht „An Erminig“ aus Barbara Gerdes (keltische Harfe, Bombardon-eine Art kleine Oboe, Low Whistle-Flöten in verschiedenen Tonarten, ähnlich der irischen Tinwhistle), Andreas Derow (Gesang, schottischer und galicischer Dudelsack, Geige, Akkordeons, Drehleier) und Hans Martin Derow(Gitarre, irische Bouzouki, Akkordeon und Gesang). Die Übersetzung des Bandnamens heißt Hermelinchen. Dabei handelt es sich um das Wappentier der Bretagne. Ihre fundierten Kenntnisse erwarben die Musiker bei zahlreichen Aufenthalten in der Bretagne. Ergänzt wurden ihre gründlichen Recherchen durch die Teilnahme an vielen Kursen für bretonische Tänze und Workshops bei namhaften Instrumentalisten der bretonischen Musikszene, allen voran Yann-Fanch Kemener. Schon 2012, als es den Arnsberger Folkclub noch nicht gab, gastierten sie in Arnsberg.

Nach diesem Konzert wurde der Arnsberger Folkclub gegründet, die Band war quasi Geburtshelfer. Der Konzertabend vermittelte einen guten Einblick in die bretonische Folklore, da die Bandmitglieder abwechselnd in ihrer Moderation die Inhalte und die musikalischen Besonderheiten der Stücke vorstellten. Gespielt wurden vorwiegend Lieder und Tänze aus allen Regionen der Bretagne, mit dem Schwerpunkt auf die Region um die Stadt Vannes, aus dem spanischen Galizien, aus Schottland sowie selbst komponierte Stücke. Die Musik handelte von außergewöhnlichen Ereignissen und Personen und wurde früher von fahrenden, oft blinden Sängern weitergetragen.

Das aktuelle Programm „Plomadeg“ greift diese Traditionen auf und erzählt in (Tanz-)Liedern und Balladen heitere, bewegende, oft aber auch traurige Begebenheiten uns dem Alltag der bretonischen Landbevölkerung, durchaus aber auch mit aktuellen Bezügen.“Plomadeg“ bedeutet das Abflämmen der Felder, eine Arbeit, die von der gesamten Dorfgemeinschaft übernommen wurde. Anschließend gab es immer ein großes Fest mit viel Essen, Musik und Tanz.

Gekonnt wechselten die Musiker die historischen Instrumente und brachten auch Abwechslung in die Stücke hinein, indem sich das Instrumentalspiel und der dreistimmige A cappella-Gesang abwechselten. Schnell klatschte das Publikum mit und einige Tänze wurden sogar von einer dreiköpfigen Tanzgruppe begleitet.

Ein Abend mit magischen Momenten. So war es angekündigt. Und nichts anderes passierte.

Dreieinhalb Stunden geballte Folk-Power lieferten beide Bands des Abends ab. Die Hoodie Crows und die Oakwood Paddys rockten die restlos ausverkaufte Kulturschmiede und gaben alles. Das Publikum war begeistert und belohnte die Künstler mit Standing Ovations.  

Doch alles der Reihe nach: Zunächst betrat das aus Süddeutschland stammende Duo „The Hoodie Crows“ die Bühne. Das sind zwei in der deutschen Folkszene „absolut angesagte“ Multiinstrumentalisten und Sänger, Sebastian Barwinek mit Bouzouki, Mandola, Gitarre, Mundharmonika und Bodhràn sowie Johannes Single mit Gitarre und Banjo. Diese Duo wurde dem Folkclub schon vor einigen Zeit von den Oakwood Paddys empfohlen; und das zu Recht!

Mit einer Mischung von eigenen und traditionellen Songs und Tunes aus dem keltischen Kulturbereich brauchten die beide nicht lange, um das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Die Texte wurden vor dem Vortrag stets launig übersetzt und mit humorvollen aktuellen Bezügen und persönlich erlebten Anekdoten garniert.  Beeindruckend war dann die musikalische Interpretation. Die beiden entlockten ihren Instrumenten satte und vielschichtig rhythmisierte Saitenklänge, die dem wohlgesetzten Satzgesang eine harmonische Basis boten. Sowohl Sebastian Barwinek als auch Johannes Single überzeugten als einfühlsame und ausdrucksstarke Solosänger. Wild und sprudelnd wirkten dagegen die virtuosen keltischen Tanz-Tunes, die auf Mandola und Banjo das Publikum zum Mitklatschen brachten. Die ersten Tänzer regten sich, das ruhige Sitzen auf den Stühlen fiel immer schwerer. Nach gut einer Stunde übergaben die Hoodie Crows dann zu brausendem Applaus die Bühne an die Nächsten.

Nach der Pause traten dann die Lokalmatadoren, Oakwood Paddys auf und es gab kein Halten mehr. Vom ersten bis zum letzten Ton hatte das Trio das Publikum voll im Griff. Peter Ernst, Andreas Hofmann und Benno Hafner sangen und spielten mit absoluter Spielfreude, die sofort auf das Publikum übersprang. Ihre Songs waren eingängig und mitreißend. Während Andreas Hofmann überwiegend mit seiner prägnant rhythmisch gespielten Gitarre den Grundsound lieferte, unterfing Peter Ernst diesen mit dem sonor treibenden Beat der irischen Handtrommel und dem Kontrabass, der Bodhràn. Benno Hafner übernahm dazu meist den Part der virtuosen Kontrastierung, wenn er auf Mandoline oder Banjo funkelnde Fill-Ins, Oberstimmen oder Tunes spielte. Breit, mächtig und voller Überzeugung klang der Satzgesang des Trios, besonders immer dann, wenn Refrains dem Publikum das Mitsingen nahebringen wollten. Zuweilen übergab Andreas Hofmann den Gitarrenpart an Peter Ernst, so dass er selbst dann in guter keltischer Manier mit seiner Tinwhistle Tunes und Zweitstimmen beitragen konnte. Das Repertoire der Oakwood Paddys entstammte überwiegend der irisch-schottischen, aber auch der amerikanischen Folkmusik. Die eigene Handschrift des Trios wurde erfrischender Weise immer dann deutlich, wenn in den traditionellen Melodien überraschend interessante rhythmische Anleihen aus stilfremden Regionen der Popmusik auftauchten.  Am Ende dieses Sets konnte sich kaum jemand im Saal eine Steigerung vorstellen, die allerdings dann nicht lange auf sich warten ließ.

Es war ein ganz besonderer, ja auch magischer Moment, als nach einer kleinen Umbaupause dann beide Band gemeinsam auf der Bühne standen. Das war bisher für alle Musiker Neuland. Noch nie hatten diese Bands gemeinsam musiziert. Nachmittags beim Soundcheck begann dieses gemeinsame Projekt und jetzt ergab durch einige Absprachen und die hohe Professionalität eines jeden von ihnen dieser Moment die Chance für das musikalische Zusammenkommen.

Der Satzgesang der 5 Sänger war ein Ohrenschmaus und ging zu Herzen; dazu zauberhafte Melodien, teils traditionell und in der Szene wohlbekannt, aber teils auch modernerer Natur, z.B. aus der Feder von Bob Dylan. Fein abgestimmte und stets groovende instrumentelle Begleitung, auf allen Registern vom Kontrabass bis in die höchsten Flötentöne ließen keine Wünsche offen. Benno Hafner und Johannes Single lieferten sich rasante Tune-Duells auf Mandoline und Banjo. Das Publikum sang aus vielen Kehlen lauthals mit. Ein eindrucksvolles Erlebnis einer musikalischen Begegnung kann man sich unter dem Motto „Klangmanufaktur“ kaum vorstellen.

Den Abschluss dieses wunderbaren und magischen Abends bildete dann das a cappella gesungene Lied „The old triangle“. Dieses eindrucksvolle und berührende Gänsehauterlebnis war dann einfach nicht mehr zu toppen.

Dennoch lockte das trampelnde Publikum den Musikern noch zwei Zugaben ab, die dann spontan und völlig ungeprobt, wie bei einer Session im Pub, zum Besten gegeben wurden.

So ging ein Folkclub-Abend zu Ende, der allen noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.

 

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Der 2. Februar 2019 war wieder einer der ganz tollen Folkabende, in denen Publikum, Band, Musik, Atmosphäre und sogar das usselige Wetter draußen gut zusammenpassten.

Four Fiddlers hieß die Band und dieser Name war zugleich Programm. Das Instrument Fiddle war der rote Faden durch den Abend, nicht die Geige, nicht die Violine, sondern die Fiedel, wenn man es auf deutsch sagen will.

Um es vorweg zu sagen, es war ein genialer Ritt durch Europa und über den goßen Teich nach Amerika, ein Ritt auf der Fiddle.

Ariane Böker, Daniel Marsch, Steffi Hölzle und Ecki Schwandke waren ein gutes, waren ein musikalisches und harmonisches Team auf ihren Fiedeln, die zuweilen auch durch Bratschen, Akkordeon, Klavier und Löffeln ersetzt und ergänzt wurden. Dieser allein schon eindrückliche Wohlklang aller genoss dann noch Gesang, mal auf schwedisch, englisch, deutsch und als Jodler auch auf "österreichisch". 

So viel Abwechslung und all die humorigen und auch musiktheoretisch interessanten sowie informativen Moderationen ließen den Abend überaus kurzweilig erscheinen.

Die nordischen Klänge aus Schweden gingen ans Herz, die rhythmisch eindringliche Melodien aus Rumänien und Ungarn dagegen mehr in die Beine. Witzig und frisch erklangen Swing und Ragtime aus Amerika und der Allerseelen-Jodler aus Österreich, vor dem die aus Österreich stammende Ariane Böker das Publikum noch spaßeshalber gewarnt hatte, kam so mystisch daher, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Das Finale geriet dann letztlich ausgelassen und stürmisch, stammte es doch aus deutschen Melodien und Liedersammlungen. Während des ganzen Abend versprühten die vier Musiker in einer so natürlichen und sympatischen Art gute Laune und Spielfreude, dass man denken könnte, es gäbe nichts Leichteres und Schöneres als immerzu gemeinsam internationale Folkmusik zu genießen. An diesem Abend jedenfalls traf das für Musikanten und Publikum gleichermaßen zu.  

Das Publikum, das so zahlreich gekommen war, dass sogar noch Stühle nachgestellt werden mussten, war restlos begeistern und ließ die Gruppe nicht ohne Zugaben gehen.

Es war eben wieder einmal ein richtig toller Folkabend. Und so manchen wünschte sie beim Gehen ein Wiedersehen und -hören der Four Fiddlers.

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„Es war wieder einmal ein wundervoller Abend“. -  Dieser Ausspruch einer Dame beim Verlassen des Bürgerbahnhofs Arnsberg nach dem Konzert am 12.1.2019 fasst es wohl treffend zusammen. Vielen wird es ähnlich gegangen sein, als sich die zahlreich vertretenen Gäste nach einigen Zugaben der Musiker in die regnerische Januarnacht aufmachten. Doch wurde der wetterschwere Heimweg erleichert durch den Nachhall der vielen Melodien und Klänge. Vielleicht wirkte bei manchen auch noch ein angenehmer Ohrwurm nach.

Für viele hatte der Abend mit einer Frage begonnen: Was ist eigentlich eine Klangmanufaktur? Mit diesem Begriff hatte der Arnsberger Folkclub nämlich eingeladen. Die Erklärung lieferte der Vorsitzende des Folkclubs, Manfred Kerl, gleich bei seiner Begrüßung: Zunächst wird eine Klangmanufaktur ein Abend mit zwei Duos sein, die ihre eigene Musik konzertant vorstellen. Darüber hinaus gibt es einen Teil des Abends, in dem beide Duos „Neuland betreten“ und gemeinsam miteinander musizieren.

Und so geschah es. Das Duo „Patatras“ mit der Geigerin Barbara Kranz und Steffi Bude am Akkordeon begann. „Wir spielen alles, was uns gefällt“ übertitelte Barbara Kranz das Patatras-Programm. So waren unter anderem Stücke des irischen Komponisten Turlough O`Carolan, Melodien und Tänze des im 18. Jahrhundert in Dinker/Welver ansässigen Kantors Johann Dahlhoff  sowie ein sehr schön mit Varianten angereichertes Stück von W.A. Mozart zu hören. Diese Mischung wirkte sehr abwechslungsreich. Durch die kreativen und virtuos dargebotenen eigenen Arrangements der Künstlerinnen entwickelte sich ein stimmiger und überzeugender Eindruck, in dem deutlich die eigene „Patatras“-Handschrift herauszuhören war. Mit großer Spielfreude und Elan würzten beide Musikerinnen ihre Musik, so dass sich dies deutlich auf das Publikum übertrug.

Danach spielte das Duo „Nymams Dans“. Marietta Schwenger spielte Harmonium, Akkordeon und Geige. Jochen Schepers war auf der Geige und dem schwedischen Dudelsack zu hören. Beide Musiker sind ausgewiesene Schweden-Kenner und brachten konsequenterweise schwedische Volksmusik zu Gehör. Eingeleitet mit einigen Dahlhoff-Stücken, die mit Geige und Akkordeon eine Erinnerung an das dörfliche Fest- und Feiergeschehen im Westfalen des 18. Jahrhunderts aufkommen ließ, spielten beide Musiker dem Publikum eine Serie von Geigen-Duetten mit urtypischen, schwedischen Tanzmelodien. Die deutliche Vorliebe der beiden für die rhytmisch sehr interessante und auch ambitionierte Tanzform „Polska“ wurde mehrfach herausgestellt. Manchem mögen diese Klänge ungewohnt vorgekommen sein, doch entwickelte sich aus diesen, für hiesige Hörgewohnheiten fremd und archaisch anmutenden Klängen, eine fast mystische Atmosphäre im Saal. So mancher mag wohl an tiefe schwedische Wälder und die Einsamkeit des Fjells gedacht haben. Eine andere Assoziation bot denn ein schwedischer Brautmarsch, mit dem ein Brautpaar von der Dorfgemeinschaft und Musikanten von Zuhause abgeholt und in die Kirche gebracht wird. In Schweden geschieht dies nur mit Geigenmusik auch im Festzug auf der Dorfsstraße. Im Sauerland hingegen, und das mag auch den Kulturkontrast deutlich machen, kann man sich dies eben nur mit Blasmusik vorstellen.

Die Eindrücke der Darbietungen dieser beiden Duos hätte schon für einen Abend gereicht. Aber es gab ja noch das „Neuland“, das zu beschreiten war. Schnell wurde ein Quartett auf der Bühne eingerichtet und es war schwungvolle und nochmals klangreichere Musik zu hören. Die Musiker nutzten die neu geschaffenen Möglichkeiten für wohlkingende, harmonisch dreistimmige Geigenarrangements, die vom Akkordeon im Bass gehalten und kontrastiert wurden.

Zu guter Letzt wurde aus dem Quartett noch ein Sextett, als sich Dagmar Damkowski-Kerl und Manfred Kerl, also fast der ganze Folkclub-Vorstand mit Flöte und Kontrabass auf die Bühne begab. Es wurde ein fulminantes Finale, das das Publikum nicht enden lassen wollte. In der Zugabe wurde dann, um die Klangmanufaktur zu vollenden, das Publikum eingebunden. Gemeinsam sang und spielte man das bekannte Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“.

Und damit ist auch klar, um welchen Ohrwurm es sich auf dem Heimweg gehandelt haben muss.

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Es war ein Folkclub-Abend, wie er stimmungsvoller nicht hätte sein können.

Es passte einfach alles!

 

Die Musik, die Band, das Publikum, der Saal – alles fügte sich wie zu einem Puzzle zusammen, dessen Gesamteindruck allen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Schon beim ersten Betreten der Bühne beim Soundcheck am Nachmittag entfuhr es dem Meister des schottischen Folksongs, Ian Bruce mit Bewunderung: „Was für eine Super-Wandtapete“. Er meinte damit die rohe Betonwand der Arnsberger KulturSchmiede, die mit ihrer Zeichnung noch immer an die ursprüngliche handwerkliche Vergangenheit des Raumes erinnert. Katharina Bramkamp, die Flötistin und Sängerin lobte, dass dieser Saal mit dem besonderen Ambiente eine Andersartigkeit ausstrahle und genau das Richtige für sie sei. Vic Besch, ebenfalls Sänger und Multiinstrumentalist auf Akkordeon, Gitarre und schottischem Dudelsack taufte die offene Akustik der KulturSchmiede sogleich mit markigen und raumfüllenden Pipe-Klängen.

Das Publikum stellte sich zahlreich ein, wohl angelockt von der Aussicht, einen launigen Abend mit keltischem Folk und Humor zu erleben. Diesem Wunsche entsprachen die drei Akteure, die sich „Bruce, Besch& Bramkamp“ nennen, vollends, wenn sie ihn nicht sogar übertrafen.

Das Konzert selbst war sehr eindrucksvoll und mitreißend zugleich. Im musikalischem Fokus stand die Stimme und das Gitarrenspiel von Ian Bruce. Als „inoffizieller“ Botschafter der schottischen Folkclub-Kultur zog er sogleich das Publikum in seinen Bann. Ian Bruce überzeugte das Publikum schnell mit seiner Stimmgewalt und Spielfreude, die aber gleichsam in leiseren Passagen von großem Einfühlungsvermögen und Ausdruckskraft geprägt war.

Vic Besch, Ians langjähriger musikalischer Wegbegleiter, erschien im schottischen Kilt auf der Bühne. Sein Spiel auf dem großen Dudelsack, liebevoll von ihm „sein totes Tier“ genannt, führte den ganzen Abend immer wieder zu musikalischen Höhepunkten. Aber auch auf dem virtuos gespielten Akkordeon, auf der Gitarre und mit seiner wohlakzentuierten Begleitstimme ergänzte Vic seinen Freund Ian Bruce perfekt. Vic übernahm auch den Part der Moderation. Mit viel Charme und Sprachwitz führte der aus Wales stammende Musiker fast akzentfrei in Deutsch und eloquent durch den Abend. Immer wieder spielten sich Vic, Ian und Katharina in den Ansagen locker, spontan und humorvoll die Bälle zu, sehr zum Vergnügen des Publikums.

Katharina Bramkamp gab musikalisch dem Abend sozusagen das i-Tüpfelchen. Ihre stets präsente und fein geführte Oberstimme rundete den hervorragenden Satzgesang des Trios ab. Das gilt auch für ihr Flötenspiel, mit dem sie immer wieder dem Klangbild neue Farben hinzufügte, während sie mit dem Schellenkranz als Rhythmusinstrument den Schwung der Liedinterpretationen zuweilen auf die Spitze trieb.

Der Themenbogen des Abends war weit. Das Publikum hörte Liebeslieder, die Ballade aus der englischen Arbeiterbewegung und viele Lieder, die „aus dem täglichen Leben“ heraus entstanden, wie zum Beispiel eines über die außergewöhnliche Geschichte eines norwegischen Arbeiters, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, auf einem Spezialmotorad an Hochspannungsleitungen von Mast zu Mast zu fahren, um seinen Arbeitsplatz zu wechseln. Aber auch die typische Gemeinschaftshymne zum Mitsingen, die das Gute und Positive im Leben und in der Liebe hochhält, durfte nicht fehlen. Bei Ian Bruce, den besten Robert-Burn-Interpreten überhaupt, war es zu verdanke, dass dieser Abend dann mit dem von ihm noch eigens bearbeiteten „Should auld acquaintance be forgot“ beendet wurde. Das restlos begeisterte Publikum konnte dann doch der Band mit lautem und intensiven Applaus und Trappeln noch mehrere Zugaben entlockt, die dann mitklatschend, schunkelnd und mitsingend belohnt wurden, so sehr bat man darum, dass das gemeinsame schottische Folkmusik-Erlebnis im Arnsberger Folkclub noch viel länger hätte dauern können.

Abschluss der 3. Saison mit einer tollen Folknight!

Mit der Arnsberger Folknight am Samstag, den 21.04.2018 ist die 3. Saison des Arnsberger Folkclubs erfolgreich und beeindruckende abgeschlossen worden.

Es war ein sehr schöner Abend. Bis in die frühen Morgenstunden haben 20 Musikanten einzeln, in Gruppen und auch gemeinsam Folkmusik aus vielen Kulturkreisen zum Besten gegeben. Das Publikum hatte kulinarische Köstlichkeiten mitgebracht, so dass es rundum ein gemütlichen Abend wurde, der noch lange im Gedächtnis bleiben wird. 

m Saal des Bürgerbahnhofs Arnsberg, nahmen am Samstagabend in einem großen Kreis, 20 Musiker Platz. Darum, sozusagen im Außenkreis, an den Fenstern, standen Stühle und Tische für das Publikum. Es gab für die Musiker keine Bühne, sondern nur dieser Zentralkreis, von dem die Hauptkraft des Abends ausging. Ohne Verstärker, Mikrofon oder sonstigem technischen Knowhow, präsentierten sich die Musiker der Reihe nach, mit Ihren Instrumenten und Gesang.

Den Anfang machte 1. Vorsitzender vom Arnsberger Folkclub Manfred Kerl mit seinem Ensemble Amuretto Folkdrops, der zunächst um 20:00 Uhr die Musiker und zahlreichen Zuhörer zur ersten Folknight begrüßte. Musikalisch stimmte er mit Dagmar Damkowski-Kerl, Helma Busemann und Stefan Luetkens, das Publikum auf einen tollen Abend mit "handgemachter Musik" ein.

Der Reihe nach stellten sich Musiker/in namentlich und das von Ihnen zuhörende Musikstück vor. Es musizierten weiterhin in der Folknight: Alexandra Happ, Anna-Maria Niesler, Hartmut Hegewald, André Brust, Hermann Schiefer, Andrey Grossmann, Steffi Budde, Klaus Bücker, Peter Ernst, Torsten Hahne, Andreas Hofmann, Benno Hafner, Georg Herrmann, Michael Adolph, Dieter Dormann und Rudolf Fidler.

Die Hobbymusiker, Semi- und Voll-Profis, boten eine geniale musikalische Mischung aus Irisch, Schottisch, Walisisch, Bretonisch, Holländisch, Mazedonisch, kreolische Tanzmusik aus Louisiana, Gälischer Gesang und Lieder von deutschen Liedermachern.

So unterschiedlich wie die Musik war auch das Snackbuffet, dass sowohl vom Publikum als auch von den Mitgliedern des Arnsberger Folkclubs, in einer kurzen Pause angeboten wurde.

Nun warten alle auf das Programm der kommenden Saison. Es ist schon fast fertig und wird in Bälde hier und wieder in einer Broschüre veröffentlicht. Ein Highlight wird sicher wieder das Ruhrtal-Roots-Festival, das nächten Jahr, am 24.08.2019 im Rahmen des Arnsberger Kunstsommers geplant ist.

 


 
This is a demo caption from Joomlack

Es war wieder ein tolles und launiges Folktanzhaus

am 18.03.2017

Mit einem sehr stimmungsvollen und launigen Folktanzabend mit Live-Musik im Bürgerbahnhof Arnsberg schloss der Arnsberger Folkclub e.V. am 18.03.2017 seine 2.Saison ab. Es hätte nicht schöner sein können. Nach erst 2 Jahren ist dieser Folktanzabend vom Publikum und Musikanten gleichermaßen sehr gut angenommen worden. Die Tanzfläche im Saal war bei jedem Tanz bis an die Belastbarkeitsgrenze gefüllt, während auf der Bühne eine Bigband mit neun Musikern schwungvoll und dynamisch den Gästen einheizte.

Weiterlesen: Folktanzhaus mit Livemusik am 18.03.2017

 Freitag, der 10.03.2018 war für den Arnsberger Folkclub in mehrfacher Weise ein bedeutender Tag. Nach nur zweieinhalbjähriger Existenz, zum Ende der 2. Saison fand das Team des Folkclubs nun endlich durch die dankeswerte Kooperation des Bürgermeisters und des Kulturbüros der Stadt Arnsberg Einlass in den Kulturtempel der Stadt, die KulturSchmiede. Und das auch noch mit einem außerordentlich erfolgreichen und beeindruckenden Konzert der Gruppe „Kapelsky & Marina“.

Es lässt sich sicher auf alle gerade beschriebenen Umstände zurückführen, dass der Folkclub für diesen Abend schon früh sehr guten Zulauf von Kartenreservierungen und dann auch Rekordeinnahmen durch den Verkauf von Eintrittskarten zu verzeichnen hatte. Ein bunt gemischtes Publikum durch alle Generationen kam zusammen um „Kapelsky & Marina“ zu erleben.

Weiterlesen: Grandioses Konzert mit Kapelsky & Marina 

Heute 23

Insgesamt 27820

Aktuell sind 4 Gäste und keine Mitglieder online

Die nächsten Termine:

9 Mai
Fällt aus! Folkclub-Abend mit Session
09.05.2020 20:00 - 23:00